Fieber

13. Dezember 2018

Fieber, ein physiologischer Vorgang im Organismus

Der gesunde Körper reagiert mit Erhöhung der Körpertemperatur, wenn er sich gegen eindringende Mikroorganismen wehren muss. Es handelt sich dabei um komplexe physiologische Reaktionen des Organismus, die den Körper schützen.

Entgegen einem häufig vorkommenden Missverständnis ist Fieber somit in den meisten Fällen weder Ursache von Krankheit noch eine krankhafte Reaktion des Körpers, sondern ganz im Gegenteil eine gesunde Antwort des Organismus auf einen Krankheitserreger, der mittels Erhöhung der Körpertemperatur bekämpft wird.

Fieber senken oder nicht?

Für die meisten Infekte zeigt sich, dass fiebersenkende Maßnahmen den Krankheitsverlauf oft komplikationsreicher machen und verlängern.

Sinnvoll sind fiebersenkende Mittel da, wo die Temperatur erhöht ist und der Körper aufgrund einer Störung der gegenregulatorischen Möglichkeiten im Rahmen neurologischer Krankheiten die Temperatur nicht senken kann oder eine Komplikation durch zu hohe Temperaturen vermieden werden will. Dies kann der Fall sein bei sehr hohem und rasch ansteigendem Fieber bei Kindern, bei lebensgefährlichen Infekten wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Fieber bei älteren PatientInnen oder im Fall bereits im Vorfeld bestehender Herz-/Kreislauferkrankungen.

Behandlung von Fieber in der Chinesischen Medizin

Bei Fieber ist der Flüssigkeitsbedarf gesteigert, deshalb ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Auch sollte in der ersten Phase, in der oft Schüttelfrost empfunden wird, ein Wärmeverlust des Körpers vermieden werden. In der Chinesischen Medizin tritt Schüttelfrost dann auf, wenn eine pathogene Energie – im Falle eines Grippeinfektes die eindringenden lebenden Mikroorganismen – durch die äusserste Schicht in den Körper eindringt und der Organismus versucht, sie am weiteren Eindringen in die Tiefe zu hindern. Durch Schwitzen und das Öffnen der Poren schafft ein Körper mit gesundem Immunsystem die pathogene Energie hinaus, bevor sie Schaden anrichtet. Voraussetzung ist, dass der Körper warm gehalten wird und dass keine sauren Lebensmittel oder Getränke wie Salat mit Essig, Südfrüchte oder Orangensaft eingenommen werden, denn Kälte und der saure Geschmack ziehen zusammen und schliessen die Poren.

Trinken Sie stattdessen heissen Linden- oder Holunderblütentee, der die Poren öffnet und den Körper zum Schwitzen bringt. Diese Tees sind solange indiziert, bis das Schwitzen eingesetzt hat. Ein zu lange dauerndes und starkes Schwitzen erschöpft den Organismus, da mit dem Verlust der Körperflüssigkeiten auch ein Teil der körpereigenen gesunden Energie verloren geht. In diesem Zusammenhang ist auch von Saunagängen oder von zu heissen Bädern abzuraten. Solche starken Reize sind für den Körper in der gegebenen Situation nicht angezeigt.

Vermeiden Sie körperliche und geistige Überanstrengungen. Wenn das Bedürfnis nach Bewegung vorhanden ist, tut ein Spaziergang an der frischen Luft in der Natur gut.